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Umfragen belegen: Atmosphäre ist Erfolgsfaktor Nummer 1

Wenn es um die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern geht, ist angesichts des bestehenden Fachkräftemangels häufig von einem War for Talents die Rede. Um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, gehen Unternehmen verschiedene Wege. Dabei zeigt ein Blick auf Umfragen, dass es für die Arbeitgeberattraktivität in Deutschland einen Erfolgsfaktor gibt, der alle anderen überstrahlt: die gute Atmosphäre.

Die gute Atmosphäre als Wohlfühlfaktor

Klar: Die gute Arbeitsatmosphäre assoziiert jeder zunächst mit dem Wohlfühlfaktor. Man denkt an die netten Kollegen oder Vorgesetzten und daran, morgens gerne zur Arbeit zu gehen. Und in der Tat spielt der Wohlfühlfaktor Atmosphäre für deutsche Arbeitnehmer eine herausragende Rolle.

Bei der aktuellen, groß angelegten ZEIT Online Umfrage zu den Wünschen der Deutschen von Ihrer Arbeit ist das Thema „Sich wohlfühlen bei der Arbeit“ – also eine angenehme Arbeitsatmosphäre – von allen Aspekten der Wichtigste. 84% der Befragten stufen dieses Thema als bedeutend ein. Zufrieden mit der Umsetzung in ihrem eigenen Unternehmen sind dagegen nur 65%, so dass bei dem Thema Arbeitsatmosphäre eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit herrscht. Noch größer ist die Diskrepanz bei der Behandlung des Themas in den Medien. Lediglich 28% der Befragten gaben an, dass sie von diesem Thema in den Medien lesen und hören (vgl. Müller-Wirth 2018). Obwohl eine gute Arbeitsatmosphäre den Deutschen am Wichtigsten ist, wird darüber kaum berichtet, und auch in den Unternehmen selbst gibt es deutlichen Handlungsbedarf.

Eine gute Atmosphäre steigert die Leistungsmotivation

Als reinen „Wohlfühlfaktor“ mag man die Arbeitsatmosphäre noch als irrelevant für die Leistung der Mitarbeiter und den Erfolg des Unternehmens abtun – oder sogar als schädlich, frei nach dem Motto: Wer sich wohlfühlt, hat keine Lust zu arbeiten. Schließlich heißt es Arbeitsleid und nicht Arbeitsfreud.

Umfragen widersprechen dieser vermeintlichen Binsenweisheit allerdings deutlich. Die repräsentative Online-Studie Arbeitsmotivation 2018 der ManpowerGroup, bei der 1.022 Bundesbürger teilgenommen haben, stellt als Kernergebnis ihrer Befragung heraus, dass eine „angenehme und kollegiale Arbeitsatmosphäre“ neben flexiblen Arbeitszeiten „die Arbeitsmotivation am meisten“ verstärkt (ManpowerGroup 2018, S. 4). Mit 46% Zustimmung war das gute Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten der meistgenannte positive Einfluss auf die Motivation.

Dass die Bezahlung als Leistungsanreiz an Stellenwert eingebüßt hat, legt die 2016 von dem Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführte, repräsentative Befragung von Angestellten ohne Führungsverantwortung nahe. Drei von vier Angestellten gaben an, ihnen sei eine angenehme Atmosphäre am Arbeitsplatz wichtiger als eine hohe Bezahlung (vgl. YouGov Deutschland AG 2016).

Die positive Atmosphäre fördert einerseits die intrinsische Motivation: Wer sich von anderen respektiert fühlt und Wertschätzung erfährt, leistet gerne einen Beitrag für den gemeinsamen Erfolg. Wenn die Arbeitsatmosphäre passt, arbeiten Menschen nicht nur gern, sondern auch gut miteinander. Die gute Atmosphäre schließt Konflikte und Reiberei keineswegs aus, bestimmt aber wesentlich, ob mit diesen konstruktiv oder destruktiv umgegangen wird.

Die Arbeitsatmosphäre wird zunehmend aber auch als extrinsischer Anreiz gesehen, der von Arbeitnehmern – mehr noch als Geld – als Austausch für ihre guten Leistungen gefordert wird. Arbeit gegen Atmosphäre statt Arbeit gegen Geld.

Schlechte Atmosphären provozieren Jobwechsel

Die gute Atmosphäre steigert aber nicht nur die Motivation der Mitarbeiter, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie im eigenen Unternehmen bleiben bzw. in ein Unternehmen mit besserer Atmosphäre wechseln. Bei der im Jahre 2015 von XING und Forsa durchgeführten Umfrage Arbeiten und Leben in Deutschland 2015 haben 98% der Befragten die „positive Arbeitsatmosphäre“ als wichtigen Faktor bei einem Jobwechsel hervorgehoben (vgl. Däfler/Dannhäuser 2016, S. 6).

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt die repräsentative Umfrage Beruf und Karriere 2015 der CreditPlus AG, bei der Arbeitnehmer zu ihren Erwartungen an einen neuen Arbeitgeber befragt wurden. Von allen Kriterien war „Gutes Betriebsklima bzw. Arbeitsatmosphäre“ die wichtigste Erwartung an den neuen Arbeitgeber, die mit 58% als einziges Kriterium von mehr als der Hälfte der Befragten genannt wurde (vgl. CreditPlus AG 2015).

Auf der anderen Seite ist die schlechte Arbeitsatmosphäre einer der wesentlichen Gründe, weshalb Mitarbeiter ihren aktuellen Arbeitgeber gegenüber Freunden und Bekannten nicht weiterempfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt die von Netigate durchgeführte Panelstudie Mitarbeiterzufriedenheit in Deutschland aus dem Jahre 2017 (vgl. Netigate 2017).

Bei der Wahl des Arbeitgebers ist die Arbeitsatmosphäre inzwischen zum schlagkräftigsten Argument mutiert. Bewertungsportale wie kununu.de können hier wichtige Anhaltspunkte geben und nicht selten bewerben sich Menschen bei Unternehmen gar nicht erst, wenn sich genügend Menschen finden, die im Netz schlecht über die Stimmung in ihrem (Ex-)Unternehmen sprechen. Wer sich über mangelnde Bewerber beklagt, sollte daher nicht nur über den Arbeitsmarkt schimpfen, sondern auch mal auf das Stimmungsbarometer des eigenen Unternehmens schauen.

Wer keine gute Atmosphäre hat, hat auch keine guten Argumente

Eine gute Arbeitsatmosphäre ist deutschen Arbeitnehmern wichtig. Egal, ob es um die Arbeitsmotivation geht, um die Wahl des Arbeitgebers, die Neigung zu einem Arbeitsplatzwechsel oder einfach darum, morgens gerne ins Büro zu kommen – regelmäßig landet die gute Arbeitsatmosphäre bei Umfragen auf dem ersten Platz. Gerade für die junge Generation ist ein gutes Betriebsklima oft entscheidend bei der Frage nach der Wahl des Arbeitgebers oder dem Verbleib im Unternehmen.

Ein Unternehmen, das Bewerber gewinnen, motivieren und langfristig an sich binden möchte, kommt nicht umhin, sich mit der atmosphärischen Gemengelage im eigenen Haus auseinandersetzen. Die Arbeit an der Arbeitsatmosphäre ist der Königsweg im viel kolportierten War for Talents. Dass diese angesichts der offen- und aktenkundigen Bedeutung sowohl in Unternehmen als auch in den Medien kaum Beachtung findet, kann als Skandal bezeichnet werden.

Literatur

CreditPlus AG: Studie: Arbeitsklima ist Bewerbern wichtiger als Urlaub und Gehalt, 2015, zuletzt geprüft am 14.03.2019

Däfler, Martin-Niels/Dannhäuser, Ralph: Glücklicher im Beruf, Wiesbaden 2016

ManpowerGroup: Bevölkerungsbefragung Arbeitsmotivation 2018, zuletzt geprüft am 14.03.2019

Müller-Wirth, Moritz: Was wünschen sich die Deutschen von Ihrer Arbeit?, in: Zeit Online, 3.12.2018, zuletzt geprüft am 14.03.2019

Netigate: Nur jeder Dritte würde aktuellen Arbeitgeber auf jeden Fall weiterempfehlen, in: Netigate Presseinformation, 9.5.2017, zuletzt geprüft am 14.03.2019

YouGov Deutschland AG: Umfrage unter Angestellten zeigt: Arbeitsklima ist wichtiger als Gehalt, in: YouGov.de, 19.01.2016, zuletzt geprüft am 14.03.2019

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