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Philosophie und Wirtschaftsunternehmen – eine aussichtslose Verbindung?

Heute gibt fast jedes Unternehmen vor, seine ‚eigene‘ Philosophie zu haben, und man findet dann meist irgendwo auf der Webseite ein textliches Lippenbekenntnis zu ethischen Zielen, das dem heute modernen, ‚chicen‘ philosophischen Anspruch genügen muss. Durch diese Inflation der ‚Philosophien‘, die man wie Labels auf ein Produkt klebt, produziert man Fassaden, die irreführen, und zwar sowohl die Angesprochenen als auch die Unternehmen selbst.

Wer glaubt, es würde reichen, ein Etikett ‚Philosophie‘ aufzukleben, um dann auch Philosophie ‚drin‘ zu haben, täuscht sich selbst und die Erwartungen anderer. Und wer das nur tut, weil es erwartet wird, um ein entsprechendes ‚Profil‘ zu zeigen, ist ein ‚Täuscher‘. Philosophie im ernsten Sinn, auf die es ankommt, ist nicht nur Gerede – das heute auch verstärkt ‚wissenschaftlich‘ produziert wird – sondern Lebensform. Ein Unternehmen, das nur mit Philosophie ‚wirbt‘ und sich so ‚verkauft‘, aber nichts Konkretes tut, um den philosophischen Anspruch auch zu verwirklichen, wird sich auf Dauer seine atmosphärischen Wirkungen verderben, denn die Menschen sowohl in den Unternehmen als auch diejenigen, die Kontakt mit ihnen haben, merken auf kurz oder lang, dass hier was nicht stimmt, dass der Schein mit dem Sein nicht übereinstimmt und das Unternehmen nicht authentisch ist. Und in einem nicht authentischen Unternehmen eine authentische Persönlichkeit aufrecht zu erhalten, kostet viel Kraft. Diese Kraft fehlt dann meist an anderen Stellen, so dass der Mensch schneller krank wird, sich ‚belastet‘ fühlt, ohne genau sagen zu können, woran das liegt.

Philosophie, wie wir sie verstehen und entwickelt haben, ist Praxis-relevant. Die Moderne Phänomenologie, die eine Lebens-Philosophie ist, welche den Leib und die Subjektivität in den Mittelpunkt stellt, ist nicht nur ein wissenschaftlicher Ansatz, sondern auch eine konkrete Leib-fundierte Ethik.

Lebens-Philosophie will gelebt werden, und das gerade auch in den Teilen der Lebenswelt, in denen die Mehrheit ihre meiste Zeit verbringen, also ‚auf der Arbeit‘ oder ‚im Unternehmen‘. Aber geht das überhaupt, lässt sich ‚im ungehemmten Kapitalismus‘ Ethik und Arbeit, Unternehmensführung und Philosophie verbinden? Oder ist ein solcher Ansatz schlicht aussichtslos?

Wir glauben, dass dies nicht nur geht, sondern notwendig ist, wollen wir eine nachhaltige Verbesserung unserer ganzen kulturellen Situation erreichen und unseren Kindern eine Lebenswelt hinterlassen, in der Arbeit nicht mehr nur Zwang ist, sondern auch ein Weg zur Selbstentfaltung. Diese findet aber nicht nur in den konkreten Tätigkeiten des Arbeitenden im Unternehmen statt, sondern gerade auch im zwischenmenschlichen Bereich, der durch das Atmosphärische – das ‚Betriebsklima‘– wesentlich gestaltet wird. In einer nach wie vor rauen und harten Arbeitswelt ist den Forderungen nach Produktivität und Profit nicht zu entkommen, die als Arbeitsaufgaben auf dem Arbeitnehmer lasten, und für die er bezahlt wird. Aber an der Art, wie Menschen zusammenarbeiten und sich fühlen, kann dort etwas verbessert werden, wo das Atmosphärische verdrängt, blockiert oder einfach nur vernachlässigt wird. Und dies ist fast überall im öffentlichen oder Arbeits-Leben der Fall, da unsere Kultur traditioneller Weise die Atmosphären und Gefühle nicht nur irreführend in ihr Inneres, in die Seele als einer Innenwelt steckt, sondern sie dort nur allzu oft sogar ‚versteckt‘ oder verdrängt. Darauf haben die phänomenologische Forschung und Kultur-Kritik immer wieder hingewiesen. Und aus dieser Erkenntnis entstand die Moderne Phänomenologie als philosophische Alternative nicht nur zu den gängigen scholastisch-abstrakten Philosophien, sondern auch als Lebenspraxis. Denn gegen die Verdrängung des Atmosphärischen stellt die Moderne Philosophie Leib und Subjekt, das leibliche Spüren und das Wahrnehmen von Atmosphären in den Mittelpunkt nicht nur ihrer Überlegungen, sondern auch ihrer Praxis.

Das demonstriert die Atmosphärische Führung, die zeigt, wie eine philosophische Unternehmenspraxis möglich ist, d. h. Philosophie und Unternehmensgestaltung konkret verbunden werden können. Bei uns steht nicht nur Philosophie drauf. Sie ist auch drin!

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